Urheberrecht | Filmrecht, Bild- und Musikrechte

Instagram, Facebook, YouTube, Vimeo oder MyVideo, wir leben in einer Welt voller Bilder. Filmen und Videos.  Ob Blogger, Influencer, Bands, freischaffende Künstler, kochende Hausfrauen, START UP Unternehmen, Industrie oder Mittelstand, kaum noch werden Botschaften ausschließlich in Textform vermittelt. Das Medium Video scheint förmlich zu explodieren. Seit der Corona-Krise gibt es in diesem Bereich nicht nur durch die vielen LIVE-Streams einen massiven Zuwachs an Freischaffenden- Videokünstlern und Hobbyfilmern.

Was muss rechtlich bei Filmaufnahmen und online Videos beachtet werden?

Kaum ein Medium kann hier mithalten. Ein Video wirkt authentisch und vertrauenswerkend. Bild, Sprache, Musik, Animationen verknüpft mit Emotionen ergeben ein fesselndes Ergebnis.

ACHTUNG! Es können hohe Strafen drohen, wenn gegen das Urheberrecht, beispielsweise mit der Musik im Hintergrund verstoßen wird.  In Deutschland regelt die GEMA die Nutzungsrechte und erhebt Gebühren für die Entrichtung.  Es gibt verschiedene Möglichkeiten hier Musikstücke zu melden, bzw. auch Pauschalen für Music-on-demand. Unter diesem Link finden Sie verschiedene Antragsformulare:  https://www.gema.de/musiknutzer/tarife-formulare/tarif-vr-od-10/

Alles Künstlerische ist von unserem Urheberrecht geschützt. Dies betrifft Texte, Sound-Effekte, Bilder, Videos, Animationen und Musiktitel. Man kann also nicht einfach ein Geräusch aus einem Film aufnehmen und dieses bei seinen Videos einbinden. Besser ist es, sich hier das Material zu kaufen. Es gibt kostenlose Angebote und viele Anbieter für solche Gema freie Musik, Geräusche, Animation und Effekte. Aber VORSICHT, diese kostenlosen Angebote sind oftmals nur für den privaten Gebrauch gedacht. Freiberufler, auch Youtuber die Werbeinnahmen erzielen und viele mehr, sind hier als „gewerblich“ zu betrachten. Sie sollten auf NUMMER SICHER gehen. Es gibt sehr günstige Angebote im Internet. Schlaflose Nächte und immer die Angst im Nacken, das lohnt sich nicht, wenn es 5, 10 oder 20 Euro geht.

Das Recht am eigenen Bild – Personen in Videos und Filmen

Der §22 KunstUrhG regelt, dass erkennbare Personen ihr Einverständnis erklären müssen. Man kann in einigen Fällen von dem Einverständnis ausgehen, beispielsweise bei einer Party. Wenn Sie hier über viele Stunden die Gäste erkennbar aufnehmen und niemand hier ein Veto einlegt, dann dürfen Sie vom Einverständnis ausgehen. Unternehmen die Mitarbeiter filmen und Aufnahmen in der Öffentlichkeit, da sollten Sie auf Nummer sicher gehen und sich eine solche Einverständniserklärung schriftlich geben lassen.  Im öffentlichen Raum gilt zwar grundsätzlich die Panoramafreiheit, alles was aus der normalen Perspektive (Augenhöhe) ohne Stative oder andere Hilfsmittel aufgenommen wurde darf verwenden werden, aber dies gilt vor allem für Bauwerke gemeint. Personen im öffentlichen Raum filmen, ist nur gestattet, wenn dies als Begleitumstand zur eigentlichen Aufnahme steht. Beispiel: Sie filmen eine Außenansicht vom Kölner Dom und schwenken über dem Domplatz. Dabei laufen Personen durch das Bild. Dies ist beispielsweise gestattet.

Filmen in Gebäuden

Abgesehen davon, dass Sie beispielsweise in einem Museum oder einer Galerie neben den Innenaufnahmen auch Bilder und Kunstwerke filmen, hier also schon eine Urheberrechtsverletzung vorliegt, dürfen sie das Hausrecht nicht unterschätzen. Sie können weder auf einem Firmengelände und auch nicht in öffentlichen Gebäuden ohne vorher eine Genehmigung eingeholt zu haben filmen. Auch hier gilt wieder: Wenn Sie 7 Stunden bei einer Hochzeitsfeier Filmaufnahmen in einem Restaurant machen, dass seitens des Inhabers und Restaurantbetreibers (sollte er nicht widersprochen haben) die Einwilligung hierzu besteht. Konzerte, Theater, Musikevents usw. unterliegen ebenfalls zum einen dem bereits künstlerischen Urheberrecht und weiterhin dem Hausrecht.

Grundsätzlich immer verboten und strafbar ist

Das Filmen von Notärzten, Feuerwehr- oder Polizeieinsätzen, sowie Personen in Notsituationen.  Hier werden die Regeln immer strenger und sogar das Verbreiten solcher Aufnahmen, oder die Weiterleitung SIND VERBOTEN. Es sei hier erwähnt, aus Gründen der Vollständigkeit, sollte aber jedem auch so klar sein.

Wie hoch sind Strafen und Bußgelder bei Verstößen?

Abgesehen davon, dass sich viele hundert Rechtsanwälte und Kanzleien auf Rechtsverstöße in dieser und anderen Art und Weise spezialisiert haben (weiterhin gilt hier zu nennen, Datenschutzerklärung, Impressum, Firmenname ohne Handelsregister Eintrag, Verwendung von geschützten Berufsbezeichnungen usw.) durchsuchen bots systematisch nach das Netz nach Texten, Bild- und Tonmaterial, die ohne Autorisierung verwendet werden. Achtung! Wenn Sie hier die Aufforderung zu einer Unterlassung unterschreiben, es dann löschen, bedeutet es nicht, dass sie aus dem sprichwörtlichen „Schneider“ sind.  Sie haben mit der Erklärung der Unterlassung quasi überhaupt bestätigt, dass Sie hier ein Urheberrecht verletzt haben und dann kommen die Geldstrafen direkt danach. Diese liegen oftmals zwischen 400 bis weit über 1000 Euro. Bei gewerblicher Nutzung liegen die Strafen sehr viel höher.

Wenn es tatsächlich ernst wird, dann unterschreiben Sie nicht einfach etwas. Auch wenn es erst einmal harmlos wirkt. Holen Sie sich den Rat eines Anwalts ein.  Neben der Aufforderung zur Unterlassung und Löschung kommen fast immer die Schadenersatzklagen kurz danach.

Zusammenfassung

Wann immer möglich, erstellen Sie Ihr Material wirklich selbst und greifen sie wenn auf Gema freie Musiktitel zurück. Nutzen Sie die Lizenzen der im Netz hierauf spezialisierten Anbieter und kopieren Sie nicht einfach irgendwo etwas, egal was. Versuchen Sie in der Öffentlichkeit immer so zu arbeiten, dass Sie Menschen nicht erkennbar filmen. Sobald sie außerhalb des öffentlichen Raums, auf einem Gelände oder in Gebäuden sind, fragen Sie erst und filmen Sie dann.